Vierjährige Enkeltochter im Heim – Bericht einer Kindesabnahme

Ursprünglich veröffentlicht auf BettelLobbyWien:

logo-mag11Dass Romafamilien ihre Kinder weggenommen werden, hat eine jahrhundertelange, schmerzhafte Tradition. In Wien wurde am Wochenende einer Bettlerin ihre vierjährige Enkeltochter weggenommen. Die Kleine musste zwei Tage in einem Heim verbringen, dort konnte niemand ihre Muttersprache. Ulli Gladik, die zufällig Zeugin wurde, berichtet: 

Freitagnachmittag werde ich von einer Bettlerin, die ich schon länger kenne, zu einer heulenden Bulgarin geführt. Die Frau kann kaum sprechen, so aufgeregt ist sie. Ihr Schwager erklärt mir, was passiert ist: Die Frau, nennen wir sie Frau Kostova, hatte am Nachmittag mit ihrer Enkeltochter am Schoß gebettelt. Sie wurde von der Polizei auf die Polizeistation mitgenommen, wo ihr dann das Kind weggenommen wurde. Sie wurde weggeschickt, ohne zu erfahren, was mit der 4jährigen Enkelin passiert. Es war keinE DolmetscherIn vor Ort, die hätte helfen können, der Frau Kostova weitere Vorgehensweisen zu erklären. Niemand, der das kleine Mädchen hätte beruhigen können.

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Besuch und Gedenken auf dem Gelände des ehemaligen KZ Lety bei Pisek (Tschechien) / FREE LETY / 13.9.2014

Ursprünglich veröffentlicht auf ecoleusti:

Am Samstag dem 13.9.2014 besuchte eine Gruppe von deutschen Muttersprachler_innen Lety bei Pisek, welches knapp 60 km südlich von Prag liegt und wo auf Teilen des Geländes des ehemaligen Konzentrationslagers seit den 1970er Jahren eine Schweinemastanlage steht. Anlass war der Roma Resistance Day Anfang des Jahres und die darauffolgende Blockade der Schweinemast, wir berichteten hier.

Seit einiger Zeit soll mit einem einmal im Monat stattfindenden Blumenniederlegen am Zaun der Schweinemast, d.h. dort, wo sich einst der Eingang des KZ Lety befand, daran erinnert werden, dass eine Schließung und folglich Beseitigung der Anlagen notwendig ist, um zu einem offenen und respektvollen Umgang mit dem Genozid an den Roma während der Zeit des NS  zu gelangen.

Laut der Gedenktafel sind in der Zeit von 1942 bis 1943 1309 Personen in Lety interniert gewesen, nicht ausschließlich (Sinti und) Roma. Neben Hodonín (siehe auch hier)  existierte in Lety eines der beiden KZs auf dem…

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Bulgarian Parties Want Concentration Camps, Forced Labor for Roma

Ursprünglich veröffentlicht auf Der Paria:

In the run-up to Bulgaria’s parliamentary elections, far-right parties are pushing policies of internment and forced labor for the country’s Roma population.

Roma Bulgaria

by Bulgarian Helsinki Committee, September 12, 2014

Bulgaria will hold early parliamentary elections on October 5, following the resignation of former Prime Minister Plamen Oresharski and his cabinet this summer, which came after more than a year of daily anti-government protests. One party running for representation in the new government is the National Front for the Salvation of Bulgaria (NFSB), which has promised the ethnic cleansing of the country’s Roma by interning them in concentration camps, which, according to the party, could one day become “tourist attractions.”

Mandatory labor and vigilantism

NFSB and the Bulgarian National Movement (VMRO), another far-right party, have made increasingly hostile and racist statements during this election.
A section of VMRO’s program is entitled “Solving the Gypsy question” and proposes to address the…

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GERICHT ENTSCHEIDET: Serbien ist kein sicherer Herkunftsstaat

Ursprünglich veröffentlicht auf Der Paria:

Asylanträge von Roma aus Serbien sind nicht automatisch unbegründet. Zu dieser Einschätzung kommt das Verwaltungsgericht Münster. Ganz anders die Bundesregierung, sie möchte Serbien zum sicheren Herkunftsstaat machen. Der Bundesrat wird den Streit entscheiden.

Nach dem Willen der Bundesregierung gelten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina in Zukunft als sogenannte sichere Herkunftsstaaten. Mit den Stimmen der schwarz-roten Regierungskoalition passierte ein entsprechendes Gesetz bereits den Bundestag. Das Gesetz soll auch vom Bundesrat abgenickt werden.

Da schwarz-rot im Bundesrat aber keine Mehrheit hat, hängt das Gesetz vom Segen der Grünen ab.
Die Linkspartei dürfte die Zustimmung kategorisch ablehnen. Aus gutem Grund, wie eine jetzt bekannt gewordene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster vom 8. Juli zeigt.

Nicht offensichtlich unbegründet
Darin erklären die Richter, dass nach der aktuellen Auskunftslage „ernstliche Zweifel an der Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge“ bestehen, Asylanträge von Roma aus Serbien als „offensichtlich unbegründet abzulehnen“.

Nach Überzeugung der Richter kann man nicht ausschließen…

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Spitze des Eisbergs

Ursprünglich veröffentlicht auf Der Paria:

Simone Schönett
Ein Versuch darzulegen, was sich hinter dem »Bettelproblem« abzeichnet.

Aus dem Blog von Marika Schmiedt
Aus dem Blog von Marika Schmiedt: http: //marikaschmiedt.wordpress.com/2014/06/07/das-geschaft-mit-der-angst-die-bettler-kampagnen-des-boulevards/

Die Verschärfung von Polizeigesetzen hinsichtlich Bettelei ist gerade wieder angesagt.
Nicht nur in Linz oder Salzburg, in ganz Europa. Norwegen etwa plant überhaupt ein totales Bettelverbot.
Gut möglich, dass dies auch noch europaweit zum Trend wird: Man verbietet die Armen, ganz einfach.
Weg oder zumindest erst gar nicht herein mit ihnen, ganz im Sinne der politischen Rechten.
Allerdings: Auch die europäische Sozialdemokratie stimmt fast bedenkenlos weiter der Kriminalisierung von BettlerInnen zu – leider ohne das auch nur ansatzweise so zu sehen, geschweige denn so zu benennen.
Verboten bei uns bereits: aggressives und organisiertes Betteln und Betteln mit Kindern.
Jetzt geht es also dem »erwerbsmäßigen« an den Kragen. Eigenartig, dabei ist doch heute alles organisiert und erwerbsmäßig sowieso, jede Bank, jedes Theater, der Fußball, die Kunst.
Sogar hinter einer »freien Schriftstellerin« stehen…

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