Erhebung: Rassismus und Diskriminierung in Rumänien weiterhin erschreckend hoch

Rumänen ziehen es nach wie vor, keine homosexuellen oder HIV-infizierten Kollegen am Arbeitsplatz zu haben, wollen möglichst nichts mit Angehörigen der Roma-Minderheit zu tun haben und pflegen in der Familie weiterhin eine strenge Geschlechterhierarchie und Rollenverteilung − der Mann als Familienoberhaupt, die Frau als Heimchen am Herd, bezeigen die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts TNS CSOP.

51% der Rumänen sind immerhin der Meinung, dass Diskrimierung „ein großes Problem der rumänischen Gesellschaft“ sei, 44% bewerten das Phänomen hingegen als „eher unwichtig und nicht ausschlaggebend für die heimische Gesellschaft“. 49% der Befragten erachten das Phänomen als „erschreckend häufig“ auftretend, während 11% es hierzulande kaum oder gar nicht wahrgenommen haben wollen.

Die Macht- und Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern bleibt in Rumänien unverändert und der Hauptgrund für die Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft: 62% der Befragten gaben an, dass der Mann eindeutig „das Oberhaupt der Familie“ sei, mehr als 50% meinen, dass allein die Frau für die gesamte Hausarbeit (Küche und Kinder) zuständig sei.

43% der Rumänen haben eine komplett ablehnende Haltung gegenüber den Roma, über die sie nach eigenen Angaben eine „schlechte“ bis „sehr schlechte“ Meinung haben, und diskriminieren pauschal gegen diese Mitbürger: 46% bezeichnen die Roma als „faul“, 45% als „aggressiv“ und 35% als „unehrlich“. Als positive Eigenschaften der Angehörigen der Roma-Minderheit wurden „Zusammenhalt“ (64%), „Mut“ (29%) und „Selbstvertrauen“ (18%) angeführt.

45% der Befragten wollen nichts mit homosexuellen Mitbürgern oder -bürgerinnen zu tun haben – abgelehnt wurden dabei sowohl die Möglichkeit eines schwulen Arztes als auch jene einer lesbischen Lehrerin des eigenen Kindes; 31% der Befragten wollen keine gleichgeschlechtlichen Paare Händchen haltend auf der Straße sehen. 45% der Rumänen sind zudem der Meinung, das HIV-infizierte Mitbürger von Schulen, Krankenhäusern und sämtlichen anderen öffentlichen Einrichtungen fern gehalten werden müssten.

Weitere erhebliche Vorurteile bestehen gegenüber Menschen mit Behinderungen, drogenabhängigen Mitbürgern, einschließlich jener mit einer Drogenvergangenheit, und sogar Waisen, bezeigen die Ergebnisse der CSOP-Umfrage.

Die Erhebung „Diskriminierung in Rumänien − Wahrnehmung und Haltung“ wurde im Auftrag des Landesrates zur Bekämpfung der Diskriminierung erstellt und im Zeitraum Dezember 2011−Januar 2012 durchgeführt. Befragt wurden landesweit insgesamt 1.400 Erwachsene im Alter von 16 bis 65 Jahren, teilte das Meinungsforschungsinstitut TNS CSOP mit.

Quelle: punkto.ro.

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