Ausstellung Sprache kommt vor der Tat / Words precede Actions

Zusammenhang von Sprache, Rassismus, Ökonomie und Macht

Plakataktion in Kooperation mit Romano Centro
Samstag, 1. Juli 2017, 11-12 Uhr
Bauzaun Mariahilferstraße 67, 1060 Wien
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"Es ist immer der gleiche Mist"  
von Valentine Auer

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04.07.2017, Wiener Zeitung

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„Tatsächlich ist die Sprache des Kolonialherrn, wenn er vom Kolonisierten spricht, eine zoologische Sprache. Wenn der Kolonialherr genau beschreiben und das richtige Wort finden will, bezieht er sich ständig auf das Tierreich.“
(Frantz Fanon)

Rassismus, die soziale Konstruktion natürlicher Ungleichheit.

Rassismus erlaubt vielseitiges Handeln, dabei schwingt er zwischen den Extremen angeblich wissenschaftlicher Empirie und offen diskriminierender Ausgrenzung.
Rasse als biologische Einheit oder als Konglomerat natürlicher Eigenschaften, sozialer Zuschreibungen und ideologischer Wertungen, eine trübe Mixtur aus Aggression und Vorurteilen. Auch wenn der Rassismus mittlerweile wissenschaftlich widerlegt ist, ist er weiterhin im kollektiven Bewusstsein tief verankert. Diskriminierungen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe gehören heute leider zum Alltag sehr vieler Menschen. Neue Formen des Rassismus argumentieren kulturalistisch, indem sie unterschiedliche kulturelle Traditionen als miteinander unvereinbar ansehen. Der Begriff „Kultur“ ersetzt dabei den Begriff „Rasse“. Die Anderen werden entlang des Kriteriums kulturelle Identität erkennbar an Merkmalen wie Haar- und Hautfarbe, Sprache, Kleidung und Auftreten, in verschiedene Kategorien unterteilt, denen eine scheinbar neutral bestimmbare Differenz zur österreichischen und deutschen Kultur zugeschrieben wird. Das Erklärungsmuster der Kulturunterschiede ist fast immer das Erste, was auf der Hand zu liegen scheint. „Kultur“ scheint beinahe als Natur des Menschen gedacht zu werden, als etwas, das einem anhaftet und das Handeln bestimmt.

Die Ausstellung zeigt, wie ein Konzept des angeblich naturwissenschaftlich gesicherten Rassenbegriffs fortgeschrieben wird, und wie stark Sprache durch rassistische Diskurse und Wissensfelder geprägt ist. Dabei wird deutlich vor Augen geführt, dass die Bilder und der Umgang damit vom Ausgang des Kaiserreichs bis in unsere Tage keine prinzipiellen Unterschiede aufweisen.

19 Mai – 1 Juni 2017
►ERÖFFNUNG: 18 Mai 2017 | 19:00 Uhr
FINISSAGE:
1 Juni 2017 | 18:00
Lesung: Helga GutwaldDer Menschenfresser-Prozess von Kaschau
Galeriewerkstatt NUU
Wilhelm Exnergasse 15
1090 Wien

Zur Kontinuität rassistischer Darstellungen in den Medien
Verantwortung und Langzeitwirkung
Der Menschenfresser-Prozess von Kaschau | Košice

Arbeiter Zeitung, 12. Juni 1929
„Die Psyche des Zigeuners.
Was die Psychiater im Zigeunerprozeß sagen.“
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Das Kleine Blatt, 10. März 1927
„Menschenfressende Zigeuner“ unter Kaiser Josef II.
Ein grauenhaftes Kapitel der ungarischen Gerichtsbarkeit.“
►Video

„Sprache kommt vor der Tat“
Volksgruppen ORF.at