Film Eine lästige Gesellschaft / An undesirable Society

Diese  Vergangenheit ragt in unsere Gegenwart – auch wenn sie verdrängt, verzerrt, geleugnet wird, ist sie gegenwärtig.

Eine Kamera begleitet die mühsame Suche von Marika Schmiedt nach Spuren ihrer ermordeten Großmutter. Ein Filmdokument, das den Massenmord an den Roma im Allgemeinen und das Schicksal ihrer Vorfahren im Besonderen in Erfahrung zu bringen sucht, zeigt die Realität einer jungen Frau, die – wie viele andere auch – ihre Verwandten in der Todesmaschinerie der Nationalsozialisten verloren hat. In Österreich bedeutet dies Bürokratie: 20 verschiedene Ämter, Wartezeiten wegen Kaffeepausen der Beamten, wiederholtes Besuchen  von Ämtern, weil Akten nun doch dort lagern sollen, Verlangen von schriftlichen Absichtserklärungen für die Einsichtnahme in Akten der Angehörigen.

Dieses Projekt ist meiner Grossmutter gewidmet.


Meine Großmutter Amalia Horvath geb. Berger, 1909 in Korneuburg als Kind einer österreichischen Lovara Familie geboren, wurde 1939 in Graz verhaftet und Anfang 1940 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert. Die Folgen der nationalsozialistischen Rassenpolitik bekamen auch die Kinder meiner Großmutter zu spüren. Sofie, die Erstgeborene, wurde in die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück deportiert. Sie starb 1953, 29-jährig an den Spätfolgen der Lagerhaft.
Die Töchter Aloisia und Inge konnten mit Hilfe von Gadje (non-Roma), die sie aufnahmen, der Verfolgung entkommen. Auch die damals einjährige Tochter Margit, meine Mutter, überlebte den Holocaust. Unser Leben ist von der Ermordung unserer Angehörigen in der NS – Zeit geprägt.
70 min. ©2001 Marika Schmiedt
Full-length Video

An Undesirable Society

„This past projects into our present. Even if it is suppressed, distorted, denied, it is present.”

The aftermaths of the holocaust affect the second and third generations – daughters, sons, grandchildren, who have to live with the fact that their families were killed in the concentration camps. The documentary „Eine lästige Gesellschaft“ („An Undesirable Society“) shows the painstaking search of director Marika Schmiedt for her relatives who were persecuted during National Socialism. The audience is included into her research, thus challenged to share the weight of the destructions so many Austrians have been involved in, if „only“ by silence and passivity. The destructions live on today. The film documents how crucially the fascist ideology of the past constitutes the attitude of contemporary society. Stereotypes and clichés invariably exist and influence the minds of the majority.
At the age of 31, Amalia Horvath, a young woman, was murdered at the concentration camp Ravensbrück. She was killed like many other (Austrian) Roma and Sinti who were deported to the concentration camps immediately after Austria’s „Anschluss“ to the national socialist German Reich.
Full-length Video with English subtitles

4 Gedanken zu „Film Eine lästige Gesellschaft / An undesirable Society

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